Immer wieder kommen Hilfesuchende mit ihren verschiedenen Symptomen, Beschwerden oder organischen oder psychischen Krankheitsdiagnosen in die Hypnose - Praxis, nachdem sie oft lange auf der Suche nach Heilung unterwegs waren.
Nur: der Hypnose - Therapeut befasst sich NICHT mit der Erkennung, Beseitigung oder Linderung von organischen Erkrankungen, Krankheiten, Leiden usw.
Denn ein guter Hypnose - Therapeut sieht die Menschen nicht wie ein Arzt, sondern ganzheitlich, d.h. als Körper-Seele-Geist-Wesen. Ihn interessiert viel mehr das Unterbewusstsein, die Seele des leidenden Menschen.
Denn der Hypnose - Therapeut weiß, dass die meisten Symptome, Beschwerden oder organischen oder psychischen Krankheiten ihre wahren Ursachen in der „Seele“ haben.
Hypnose = Begegnung mit dem Gott des Schlafes
Hypnotische Verfahren oder Trance-Geschehen gehören vermutlich zu den ältesten psychischen Heilverfahren unserer Menschheit.
Denn „Hypnos“ war im antiken Griechenland der Gott des Schlafes. Das Wort Hypnose ist also sehr alt. Es bezieht sich auf diesen besonderen „heilenden Schlaf“, in dem die Menschen (der damaligen Zeit) dem Heil - Gott „Hypnos“ begegneten.
Vorstellbar ist, dass die Priesterärzte im Tempel „eine Begegnung“ des Erkrankten mit dem heilkräftigen Gott des Schlafes „Hypnos“ herbeiführten (hypnotischer Heilschlaf), in dem der Erkrankte dann im „Schlaf“ den Willen der Götter erfuhr – nämlich gesund zu werden. Diese Tätigkeit des damaligen Priesters und heutigen Therapeuten nennt man seither Hypnose.
Erste Hinweise schon vor über 3000 Jahren
Beweise dazu sollen Papyrusrollen mit Instruktionen für Hypnose liefen, die in Ägypten unter den Trümmern von Theben gefunden wurden und die aus der Zeit um 1500 vor Christus stammen sollen. Darin steht folgender Satz:
Weitere Hinweise sollen sich auch bei den frühgeschichtlichen Sumerern finden, in den indischen Aufzeichnungen der Mahabharata (ca. 500 vor Christi), bei den alten Ägyptern und natürlich im Äskulapkult im antiken Griechenland (ca. 400 vor Christi). Bei den Medizinmännern und Schamanen der Naturvölker in Australien, Indien, Afrika, Südamerika usw. haben sich bis heute hypnotische Praktiken erhalten.
Vorstellbar ist:
Dass die Hypnose wohl die älteste Therapieform auf dieser Welt zur Behandlung seelischer Leiden und Probleme ist.
Hypnose und Glauben
Auch die Bibel, aber insbesondere das Neue Testament, beschreiben immer wieder (Wunder) Heilungen durch Jesus, wobei sich Jesus selbst nie als „Heiler“ dargestellt hat. Aber immer waren es seine Worte, welche diese Heilungen angestoßen haben, denn er sagt immer:
…und er meint sicher damit, dass die „Kraft zur Heilung“ aus dem Unterbewusstsein / aus der Seele des Erkrankten selbst kam.
Die Nachfolger der Tempelpriester waren in unserem christlichen Abendland Priester und Mönche. Über Jahrhunderte des frühen und späten Mittelalters vollzogen auch sie so genannte Heilungen durch Gebete, geweihtes Wasser, durch Reliquien von Heiligen usw. Auch kannten sie mit Sicherheit die Fähigkeit vieler Menschen, in einen (hypnotischen) Trance – Zustand zu gehen, der manche Menschen (auch heute noch) in tiefe (religiöse) „Verzückung“ geraten lässt, (die dann spontane Heilungen oder so genannte „Dämonenaustreibungen“ bewirken kann).
Andere nutzen diese Trance-Fähigkeit, um sich dem Göttlichen näher zu bringen, was z.B. buddhistische Mönche heute noch praktizieren.
F.A. Mesmer: „Animalischer Magnetismus”
Der deutsche Arzt F.A. Mesmer, (1734 - 1815), beschrieb damals als erster in deutschsprachigen Raum, die Heilkraft der Hypnose. Nur, er führte zu seiner Zeit die Wirkung „seiner Form von Hypnose“, noch auf die „Gabe eines ganz besonderen Menschen von großer hypnotisch/suggestiver Macht über andere Menschen“ zurück, (was sich ja viele Menschen sogar heute noch so vorstellen!). Er nannte seine Form von Hypnose „Animalischen Magnetismus“, ein Begriff, der sich in der wissenschaftlichen Fachsprache nicht durchsetzte. Als Mensch der damaligen Zeit vermischte Mesmer, auf der Suche nach Erklärungen des Hypnose-Phänomens, noch mittelalterliches Wunderdenken mit dem gerade beginnenden wissenschaftlichen Denken. So ging nach seiner Überzeugung eine Art von „Magnetismus“ von einer „begnadeten und eindrucksvollen Persönlichkeit mit großer Überzeugungskraft“ aus.
Sigmund Freud
Auch Sigmund Freud, durch Mesmers Versuche inspiriert, arbeitete lange Zeit bei seinen Patientinnen mit der Technik der Hypnose. Er versuchte damit insbesondere zu den verdrängten sexuellen Wünschen und Verletztheiten seiner Patientinnen vorzudringen. Da jedoch (aufgrund fehlender Erfahrungen und Forschungen zur damaligen Zeit) die Ergebnisse seiner Arbeit auch für ihn nicht zufrieden stellend waren, widmete er sich als Folge daraus, im Wesentlichen dem Aufbau seiner Psychoanalyse.
Trotzdem dürfen F. A. Mesmer und S. Freud als die Pioniere für europäischen Hypnose angesehen werden. Sie wurden jedoch von der damaligen etablierten Medizin belächelt, verspottet und abgelehnt.
Milton Ericksen
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hypnose in den Universitäten der USA eingeführt und dort sehr schnell als eine weitere Möglichkeit der Psychotherapie akzeptiert. Damit konnte insbesondere den vielen körperlich oder seelisch traumatisierten Soldaten des Vietnamkrieges geholfen werden.
Ausschlaggebend dafür war der an den Rollstuhl gefesselte Arzt und Psychiater Milton Ericksen (1901- 1980), der mit seiner besonderen Art und Weise des hypnotischen Arbeitens und seinem großartigen Wirken den Einsatz der Hypnose - Therapie in Amerika förderte und revolutionierte.
1961 wurde in den USA die Hypnose als eine besondere Form der Psychotherapie von der American Medizinal Association anerkannt.
Es wurde ein Lehrstuhl für Hypnose – Forschung eingerichtet.
Hypnose - Therapie wurde (ist heute) in den USA akademische Lehrrichtung.
Zahlreiche Forschungslabors und Psychotherapieeinrichtungen befassen sich heute mit dem Einsatz der verschiedenen Zweige der Hypnose in der Therapie.
In der Zwischenzeit wird die Hypnose auch bei uns in Europa in der wissenschaftlichen Psychologie eingesetzt. Zu ihrer Unterscheidung haben sich vier verschiedene Therapierichtungen ausgebildet:
Hohe Faszination
Es hat schon eine hohe Faszination mitzuerleben, was Hypnose – als Therapie eingesetzt – bewirken kann: Durch beruhigende Worte des Therapeuten - hinter denen sich viel Wissen um die Seele des Menschen und gezielte Techniken verbergen - werden Patienten in eine Art Trance-Zustand versetzt, der dem Schlaf ähnlich ist.
Darin können sie nun einen wunderbar entspannten Zustand erleben, in dem sie ruhiger, gelassener und stressfrei werden können. In diesem schlafähnlichen Zustand kann sich nun – wie im Traum - ihr Unterbewusstsein, ihr Unbewusstes, ihre Seele öffnen.
Hypnose – Therapie ist eine sehr empathische (einfühlsame) Ganzheitstherapie, die über die Psyche sowohl auf unsere Gedanken und Gefühle, als auch auf den Körper positiv einwirken kann. Modern könnte man heute sagen:
Was passiert in Hypnose?
Siehe dazu das Buch von Hypnoseforscher Prof. Dr. Walter Bongartz: „Der Einfluß von Hypnose und Streß auf das Blutbild“ Psychohämatologische Studien, Verlag Peter Lang, 1996, ISBN 3-631-48401-1